Sohle

Die Sohle unterliegt nur im Vorfußbereich einer starken Belastung; es ist daher ausreichend, eine 45°- Phase in die alte Sohle zu schleifen, den verschlissenen Teil unter Wärmezuführung (bis zu 400°C!) abzulösen und zu ersetzen. Droht das thermische Ablösen der Sohle den Schuh zu beschädigen, wird vorsichtig mit 24er Körnung geschliffen. Das jetzt sichtbare, ca. 10 bis 20mm unter die Sohle reichende Randgummi muss in der Regel nachgeklebt werden, die Hersteller achten selten auf eine stabile Verklebung. Die zu beklebende Fläche wird nun mit feinem Schleifband aufgeraut, um dem Kleber genügend Angriffsfläche zu bieten. Um einen vollständigen Vulkanisationseffekt beim Kleben des relativ weichen und öligen Materials zu erreichen, werden die zu klebenden Flächen mit einer recht aggressiven Chemikalie zusätzlich ca. 10min angeätzt.

Spitze

Das 1,8 bis 2mm starke Gummi für die Spitze wird schräg über die kaputte Stelle geklebt und an den Rändern verpresst; um das zähe Material um die oft sehr markant ausgearbeiteten Spitzen zu ziehen, sind einige Entlastungsschnitte und viel Gefühl vonnöten. Nach der Verklebung unter dem Schuh wird das Gummi ringsherum "auf 0" ausgeschliffen und die Spitze wieder in ihre ursprüngliche Form gebracht. Nur an der Problemstelle bleibt die volle Materialstärke erhalten. Anschließend wird erneut wie oben beschrieben das Gummi chemisch behandelt.

Der Klebstoff

...muss einerseits eine extrem stabile, andererseits eine hochelastische Verbindung herstellen. Dies wird durch ein 2- Komponenten- Gemisch erreicht, das, einmal angerührt, nach ca. 5 Stunden auszuhärten beginnt und dann nicht mehr verarbeitungsfähig ist (Pinsel und Anrührgefäß wandern dann in den Müll). Die eingestrichenen Flächen lüften ca. 15 min aus und werden dann unter sehr hohem Druck (3-4 bar auf der gesamten Fläche) einige Minuten verpresst.

Finale

Inmitten der Wolken von Lösungsmitteln ist jetzt noch einmal höchste Konzentration gefragt, um die frisch verklebte Sohle exakt zu beschleifen und insbesondere der frisch reparierten Spitze kein Zehntel mm zu nehmen. Nur allzu oft sind die Spitzen ab Werk zu dünn beschliffen und lassen das erste Loch schon erahnen. Nach unserer Erfahrung haben die reparierten Schuhe eine wesentlich höhere Standzeit als nach dem Neukauf!

Und wem's an Infos noch nicht reicht, darf sich hier noch mit einer gigantischen Abhandlung über Kletterschuhe amüsieren, mit freundlicher Unterstützung der Firma Mammut :)
Mammut Kletterschuh Fibel »