Der Schuh

Der Klettersport wird immer populärer und das Angebot an entsprechendem Schuhwerk größer und größer. Wer ein kompetentes Fachgeschäft in der Nähe hat, wird bald fündig- auf dem schmalen Grat zwischen zu wenig Vorspannung und zuviel Schmerz :).

Ob die Kaufentscheidung die richtige war zeigt sich erst, wenn Kletterer und Schuhe sich aneinander gewöhnt und einige anspruchsvolle Routen gemeinsam überstanden haben. Doch das Können des Sportlers wächst auf Kosten des Schuhs, die ehemals präzise Kante ist rund und an der Spitze schimmert das Leder durch...

Im Gegensatz zu den heutigen, meist industriell gefertigten Sportschuhen, stecken in diesen Schlappen bis zu 40 verschiedene, in Handarbeit zusammengefügte Teile. Die Nähte, durch die die einzelnen Lederstücke zusammengehalten werden, sind unter den Gummierungen verborgen. Damit der Schuh seine charakteristische Form erhält, laufen an der Spitze 3 Nähte zusammen.

Ist nun das Randgummi von außen abgerieben, sind die Nähte schnell in Gefahr. Wir haben anfänglich die offenen Schuhspitzen wieder vernäht, der Schuh lässt sich jedoch nur schwer wieder in seine ursprüngliche Form bringen, schnell entstehen Wülste und damit sehr schmerzhafte Druckstellen (vom zeitlichen Aufwand einer solchen Reparatur ganz abgesehen).

Kleine Löcher von bis zu 5mm Breite sind meist unproblematisch, da die neue Verklebung den Druck der Zehen gut auffängt; bei größeren Löchern besteht die Gefahr, dass die Nähte weiter aufgehen.

Für den einen mag das angenehm sein, weil der große Onkel jetzt endlich nicht mehr so abgeknickt wird- für den anderen ist dies vielleicht ärgerlich, weil Vorspannung verloren geht und die Spitze weniger haltbar ist. Spätestens, wenn die Naht gut sichtbar ist, sollte auf ein Ersatzpaar Schuhe zurückgegriffen werden!